Reisebericht Frankreich – April 2017

Ockerbruch in der Provence

2.4.2017 – 11:30 Uhr Start in Essen

Sonntags über die deutschen Autobahnen fahren ist wegen der Abwesenheit der LKW´s eh schon deutlich entspannter. Mit dem Wohnmobil noch mehr, da wir mit einem gleichmäßigen Tempo von 100 km/h auch bei dichterem Verkehr das Gefühl haben, dass es entspannt läuft. Und der Urlaub beginnt mit der Fahrt. Die Landschaft zieht wie im Kino vorbei. In unserem Fall war es die Kölner Bucht und dann die Eifel. Es war interessant, wie vom Ruhrgebiet nach Süden die Frühlingsbilder zunahmen (z.B. durch die blühenden Rapsfelder), dann in der Eifel bei wenig Grün wieder zurückwichen und bei der Einfahrt ins Moseltal verstärkt zurück kamen.

Unterwegs während der Fahrt die ersten Greife: In der Kölner Bucht  vor allen Dingen Mäusebussarde und in der Eifel beide Milanarten und ein Pärchen Kolkraben.

Gina hat die Fahrt sehr gut überstanden bis … wir in der Eifel eine Umleitung fahren mussten. Schlechte Wegstrecke, engere Kurven und häufiges Abbremsen war dann für ihren Magen doch wieder zu viel. Wir hoffen sehr, dass sich das im Laufe dieses Urlaubs gibt.

Für die erste Übernachtung ging es auf den Campingplatz an der Mosel in Trier. Um 16:30Uhr waren wir da und wurden gleich von einem Pärchen Nilgänse begrüßt. Die Globalisierungsgewinner, wie meine Tochter Tanja sie nennt. Wie bei der Bestandsaufnahme für ADEBAR (AtlasDErBrutvogelARten) schon festgestellt worden ist, haben sie sich von Holland aus den Rhein hinauf und in die Seitenflüsse verbreitet und sind inzwischen ein Bestandteil unserer Vogelwelt. Nicht zur Freude aller! Aber durchaus schöne Vögel.

 

Nilgänse-die Globalisierungsgewinner

Der  Campingplatzbetreiber warnte auf einem Schild davor, die Zelte offen zu lassen, da die Füchse sich gerne selber bedienen. An die Nilgänse mit ihrem hohen Aggressionspotential trauen sie sich nicht ran.

Eigentlich hatten wir erwogen, am Abend der schönen Trierer Altstadt einen Besuch abzustatten. Dann war uns aber eher nach einem ruhigen Abend und wir verschoben die Stadtbesichtigungen auf die Zeit in Frankreich.

3.4.2017          Start in Trier um 11:00Uhr

Geplant war an der Mosel entlang nach Luxemburg zu fahren und dort in Wasserbillig zu tanken (auch der Sprit ist billig: Diesel in Trier 1,309€, in Luxemburg 0,894€ und in Frankreich wieder deutlich über 1,30€), aber ich habe dann erst noch Bekanntschaft mit einem einheimischen Ehepaar geschlossen: die Hauptstraße war sehr eng, ich bin zu weit rechts gefahren und habe mit einem lauten Knall den erschrockenen Leuten den linken Außenspiegel abgerissen. Selbstverständlich habe ich bei nächster Gelegenheit angehalten und bin zurückgegangen um die Sache zu klären. Der Luxemburger kam mir auf dem Weg zu seinem Auto entgegen und wies mich (wirklich) freundlich darauf hin, dass es gut war zu halten, denn sonst hätte mich die luxemburgische Polizei noch vor der französischen Grenze aus dem Verkehr gezogen. „Die sind da sehr schnell,“ sagte er und es klang so, als wenn er Erfahrung hätte.

Der Formularkram war lästig, das Ehepaar aber sehr freundlich. Zwischendurch befiel mich die Sorge, dass vielleicht inzwischen ein anderes Auto meinen linken Außenspiegel killen könnte. Meinem rechten, mit dem ich das Unheil verschuldet hatte, hat die Kollision nicht geschadet.

Ok, dann also getankt und festgestellt, dass es hier genauso wenig wie in Essen den in Frankreich vorgeschriebenen Alkoholtest fürs Handschuhfach gibt. Die Frau an der Kasse meinte, dass die Vorschrift doch aufgehoben sei, was aber nicht stimmt. Der ADAC hatte mir lediglich versichert, dass es nur noch einen warnenden Zeigefinger der Polizei gibt und kein Bußgeld mehr verhängt wird.

Um 12:15 haben wir die französische Grenze überquert. Der nächste Halt sollte der Supermarkt Leclerc in Thionville sein. Endlich wieder in französischem Kochschinken und Käse schwelgen. Es erwies sich aber, dass der Leclerc ein Drive-in Kaufhaus ist, wo zumindest unser Womo völlig fehl am Platze ist. Uns war es insgesamt suspekt und wir sind erstmal wieder auf die Piste.

im Moseltal nördlich Metz

Als nächstes Pause im Moseltal mit vielen Teichen nördlich von Metz. Ein freundlicher Franzose zeigte uns den Weg in die Teichlandschaft. Gina und Elke waren zum Glück schon zu Fuß vorausgegangen, denn bei der Buckelpiste wäre es bei Gina wieder zu spät gewesen.

An den Angelteichen der erste Fitisgesang und  … der erste superfrühe Pirol? Nee, mal wieder ein Star, der wohl einen guten Teil des Jahres mit Pirolen das Revier teilt. Die Nummer kenne ich schon aus Spanien.

Aber Nilgänse gibt es hier auch reichlich.

Eingekauft haben wir dann tatsächlich erst in Epinal beim Carrefour, den mein Bruder Jörg vorab schon als exzellent angekündigt hatte. Ach ja: unser französisch ist wirklich verbesserungsfähig. Die einfachsten Fragen bekamen wir nicht hin und fanden so alles nur mit Mühe. Die Bananen hätte ich doch wiegen müssen, aber die Kassiererin hat entspannt gewartet, bis ich die Prozedur nachgeholt hatte.

 

so süß

Den Campingplatz „Parc du Chateau“ fanden wir nach ein paar Extrakurven. Er hat wohl gerade erst aufgemacht und noch wenige Gäste. Das ist auch gut so, denn zurzeit gibt es nur eine sehr kleine Sanitäranlage für Weibchen und Männchen. Sehr rustikal! Aber eine ganz süße Badewanne für Säuglinge wird geboten.

Die Lage ist aber grandios. Direkt an den Platz schließt sich eine große Parkanlage mit besagtem Chateau (eine Ruine) an und man kann auch auf diesem Weg in die Stadt.

Bei dem kleinen Rundgang am Abend konnten wir feststellen, dass es auf dem ganzen Plateau hunderte Saatkrähennester gibt. Auch auf dem Campingplatz. Wie so oft in Frankreich geduldet.

Baguette und Zymbelkraut

4.4.2017          Ein Tag in Epinal

Auf dem Platz gibt es, wenn ich den Platzwart richtig verstanden habe, nur in der Hauptsaison eine Versorgung mit Lebensmitteln.

Nach einer kühlen Nacht (auch diesmal ~6°) konnte ich mich beim Ab- und Aufstieg zwecks besorgen eines Baguettes 30 Minuten warm laufen. Und dann war das Baguette aus der Boulangerie  schlechter als das gestern aus dem Carrefour.

Toll, was hier alles schon blüht. An einer der vielen alten Bruchsteinmauern fand ich einen tollen Bestand des Zymbelkrautes. Macht sich gut mit Baguette – auf dem Foto.

Beim Rückweg ging es über den Sportplatz. Vom Vortag lag noch ein Fußball hinter einem der Tore. Und so kam ich zu meinem ersten Elfmeter auf Kunstrasen. Der nicht vorhandene Torwart hatte keine Chance! ;-)

Großer Wollweber

Später auf dem Weg hinauf zum Chateau der erste singende Gartenrotschwanz. Und  ein Großer Wollweber sonnte sich auf den Steinen. Dieses meist schwebende Rüsseltierchen kennen viele Gärtner und wissen nicht was es ist.

Im Gegensatz zum Vorabend waren jetzt im Park alle Tiere draußen. Gina fand das Lama besonders interessant, wurde aber nicht bespuckt.

In einem der Schafsgehege lag ein abgerissener Saatkrähenkopf. Keine Ahnung warum!

Schöne Ausblicke von der Burgruine auf Epinal, obwohl die Stadt von oben nicht so verlockend aussah, wie Elke fand. Die letzten Meter hinunter in die Stadt geht es durch einen chinesischen Turm drei Stockwerke bergab, was Gina sehr irritierte. Sie wollte in jedem Stockwerk durch jede Tür.

Mosel in Epinal
Mosel in Epinal

Viele Leerstände im Randbereich der Innenstadt, aber schon beim ersten Blick ein gutes Angebot an Außengastronomie.

In einer Apotheke habe ich dann tatsächlich den vorgeschriebenen Alkoholtest bekommen und zwar für läppische 1,55€. Der Apotheker wollte mir gleich zwei geben, was ich auch besser angenommen hätte. Sollte ich wirklich mal im Beisein der Polizei pusten müssen (was ich nicht hoffen will), kann ich die nächste Verkaufsstelle suchen.

Im alten Zentrum ist Epinal dann doch ganz nett und sehr Französisch. Die Mosel, an der wir entlang gegangen sind, ist hier zwar breit aber sehr flach. Das Wasser ist sehr sauber und man kann sehen, dass der Fluss sehr fischreich ist.

Ein paar Jugendliche gingen vorbei und fragten etwas wegen Gina. Elke sagte, wir seien Deutsche und darauf antwortete ein farbiger Junge: „Guten Tag! Wie geht es ihnen?“ Wir haben ihn sehr gelobt.

Plat de Jour

Und da beginnt das Abenteuer Essen in Frankreich, wenn man nicht weiß, welche Gerichte zur „Plat de Jour“  gehören. Erst nach der Bestellung habe ich per Translator gelöst: Lammkoteletts mit Bohnen und Süßkartoffelpüree. Hätte Elke sich nie bestellt, hat uns aber beiden geschmeckt. Gelungene Überraschung mit einem Schokoladennachtisch auf Kiwi abgerundet und dann noch einem Espresso. Das ganze Essen mit Getränken für 34€. Wer sagt, Essen sei in Frankreich immer teuer?

Guter Platz

Zurück ging es dann wieder durch den „Parc du Chateau“. An den alten Mauern sonnten sich viele Mauereidechsen in allen erdenklichen Größen. Ein besonders kleines Exemplar verschwand in einer Mauerritze um aber sofort wieder herauszuschauen. Und das lohnte sich, denn ein kleines vorbeifliegendes Insekt konnte so mit schnellem Zungenschlag erbeutet werden.

5.4.2017          weiter nach Vesoul

Heute waren es nur 82km Fahrstrecke, weshalb wir es am Morgen haben ruhig angehen lassen. Diesmal habe ich einen noch kürzeren Weg zur Bäckerei gefunden. Das kann ich ja immer noch. Diesmal ein „Pain Long“  und zwei köstliche Buttercroissants.

12km ging es noch durchs Moseltal, dann bog die N57 in Richtung Vesoul-Besançon ab. Anfangs waren es noch die Ausläufer der Ardennen, danach wurde es wieder grüner und wir fuhren durch Täler mit vielen blühenden Kirschbäumen. Teilweise war die Strecke dann eine normale einspurige Nationalstraße  (=90km/h) und genau in so einem Bereich hatte ich einen rücksichtslosen Lkw-Fahrer hinter mir, der mir (gefühlt) bis auf die Stoßstange auffuhr und mit Licht- und Signalhupe versuchte, mich zum schnelleren Fahren oder zum Abbiegen zu zwingen. Schade, dass es auf dem Streckenabschnitt keine Polizei gab. Ok, Idioten gibt es in jedem Land.

In Vesoul erledigte ich erst noch einen kleinen Einkauf im Intermaché, da wir bis Samstag bleiben wollen und auch dieser Platz nur Versorgung mit Baguette anbietet.

 

ein schöner Platz am See

Wir waren schon um 13:30Uhr am Campingplatz du Lac, wo wir erst um 14Uhr einchecken konnten. So konnten wir uns aber schon mal einen schönen Platz aussuchen, denn auch hier ist es noch sehr ruhig. Die sanitären Anlagen sind nur begrenzt auf, was bedeutet, dass sich auch hier Weibchen und Männchen einen Bereich für Toilette und Duschen teilen. Das ist mir mit meinem alten Freund Rolf vor Jahren in Frankreich auch so passiert, was dieser damals mit den Worten kommentierte: „Da geh ich nicht mehr hin! Da stehen halbnackte Weiber!“ Der arme Kerl.

So früh im Jahr gibt es auch sonst „Probleme im Betrieb“. Wie schon in Trier ist auch hier das Wifi noch außer Betrieb, was bedeutet: kein Internet und kein WhatsApp bis Samstag.

Nutria-amerikanischer Sumpfbiber

Beim Spaziergang am See dann mehrfach und mehrere Schwarzmilane und ein paar verdächtige Horste. Und auch dies: endlich die ersten Rauchschwalben dieser Tour. Auf dem See ein kleiner Ententrupp: neben 4 Reiherenten auch 6 Löffelenten.

Im Graben neben dem Wanderweg schwamm ein fettes Nutriamännchen, das man im ersten Moment für einen Biber halten konnte. Nun ja, amerikanischer Sumpfbiber eben.

Gina hat auf dem Spaziergang viel zu schnüffeln und findet auch immer mal was Fressbares. Einen dicken Pizzarand kann Elke ihr abnehmen. Hier muss nach dem Urlaub ein Training zum Abgewöhnen folgen. Auch wegen der Gefahren durch Giftköder.

Sobald wir wieder am Auto sind, scheut sie draußen wieder vor mir zurück oder möchte mit mir ins Womo. Dann darf ich sie auch Streicheln und alles ist gut. Mal sehen, wie sich das im Urlaub so entwickelt.

Graureiher auf dem Ansitz

6.4.2017          erster Tag am Lac de Vaivre

Nach einer wunderbar ruhigen aber wieder kalten Nacht begrüßte uns der Tag mit Wolken. Diese verschwanden nach dem Frühstück mehr und mehr, aber bis zum Mittag hielt sich Temperatur bei 11°.

Die Graureiher haben eine kleine Kolonie auf der Insel im See und ab und zu steht mal einer direkt neben unserem Stellplatz auf einem Brückengeländer. Gina interessiert das überhaupt nicht. Sie schaut eher danach, ob nicht irgendein Camper der Vergangenheit etwas Fressbares liegen gelassen hat.

Wiesen an der Durgeon

Auf dem Campingplatz und um den See herum gibt es auffällig viele Stieglitze. In 2 -3 Wochen werden hier sicher auch die Nachtigallen singen und auf einem späteren Spaziergang durch die Wiesen am Ufer der Durgeon gab es auch viele schöne Stellen für den Neuntöter. Bis auf ein paar Schafstelzen ist es derzeit noch sehr ruhig in den feuchten Wiesen. Die erste Klappergrasmücke war zu hören.

 

Haussperling-Männchen

Zurück am Stellplatz begrüßten uns die dazugehörigen Haussperlinge, die hier ihren Platz fürs Staubbad haben. Auch bei uns war Körperpflege, Lesen und Schreiben angesagt.

Kleines vogelkundliches Intermezzo: Ein Graureiher landete neben unserem Platz über dem kleinen Stichkanal in etwa 2m Höhe. Plötzlich stürzte er sich kopfüber wie ein Eisvogel ins Wasser und fing einen kleinen Fisch. Ich wusste, dass es so was gibt, hatte es bisher aber noch nicht gesehen.

Am Abend gab es im benachbarten Restaurant erst  um 19Uhr warmes Essen, was wir nicht wussten aber für die nächsten Wochen abspeichern wollen. Wir waren aber schon um 18Uhr da und nahmen den angebotenen Tapasteller, der sich als eine Zusammenstellung aus Wurst, Schinken und 4 verschiedenen Käsen entpuppte. Satt und gut für 11,50€. Aber die Getränke: 4x0,25l Heineken und 2 große Calvados=24€.

Nach dem Essen liefen wir bei kaltem Wind und tief stehender Sonne noch ein wenig am See entlang. Jetzt waren die Rauchschwalben wieder da, die am Tag nicht zu sehen waren und außerdem ließ sich eine einzelne Mehlschwalbe sehen.

Lac de Vaivre mit Campingplatz

7.4.2017          zweiter Tag am Lac de Vaivre

Es geht noch kälter: heute Morgen um 8Uhr  Außentemperatur 2° und im Womo 4°. Die Sonne war heute aber von Anfang an mit von der Partie und deshalb wurde es schnell wärmer. Der Wind hatte im Vergleich zu den Vortagen nachgelassen und es war ein perfekter Tag, um den See zu umrunden.

Graureiher im Portrait

Es ist der See der Graureiher, denn alle paar Meter fliegt einer auf. Oder auch nicht, was dann zu einem tollen Portraitfoto führte. Von der anderen Seeseite kann man sehen, dass die Graureiherkolonie doch größer ist als gedacht. Und einige Reiher sitzen wohl schon fest auf dem Nest.

Auch heute tagsüber keine Schwalben am See. Dafür ein kleiner Trupp Lachmöwen und dazwischen die erste Flussseeschwalbe des Urlaubs. An Flug und Kopfhaltung prima zu unterscheiden.

Auf den Feuchtwiesen jenseits der Durgeon balzen die Großen Brachvögel. Leider kann man die Flächen nicht einsehen ohne die Naturschutzschilder zu ignorieren. Auch heute wird klar: In ein paar Wochen wird es hier ganz anders rund gehen, was die Vogelwelt anbetrifft.

Neben dem Campingplatz gibt es am See auch zwei Womo-Stellplätze. Einen in direkter Nähe zum Strand und einen kleinen mit 5 Plätzen auf der anderen Seeseite. Beide allerdings ohne Stromversorgung.

Aurorafalterpaar

Zwei Stunden haben wir für den Rundgang bei langsamem Tempo gebraucht. So kamen wir perfekt zum Mittagessen am Promenadenrestaurant an. Hühnerspieß mit Ratatouille für Elke und Lachs mit Spinatküchlein und Couscous für mich. Alles lecker … auch die Lachshaut für Gina. Dazu zwei Panaché (Radler) und gratis ein Liter Leitungswasser = 31,40€ - auch hier nicht teuer.

Der Campingplatz füllt sich und es kommen vor allem Deutsche. Was mir sofort auffiel: Unsere beiden direkten deutschen Nachbarn sahen sich nicht veranlasst bei der Ankunft erstmal zu grüßen.

Sex gab’s auch: Ein Pärchen Aurorafalter waren auf dem Nebenplatz aktiv. ;-)

8.4.2017          weiter nach Villars les-Dombes

Wieder stand ein Fahrtag an und deshalb hielt ich es für eine gute Idee etwas früher, nämlich um 8 Uhr aufzustehen. Pustekuchen: Als ich bei der Rezeption ankam waren die Madames noch nicht da, obwohl sie gesagt hatten, Baguette gebe es ab 8 Uhr. Als ich zurück zum Womo ging kamen mir drei Männer entgegen und gleich darauf fuhren die Damen eine Ehrenrunde über den Platz nach dem Motto: Schaut wir sind da. Zurück an der Rezeption waren dann diese drei Männer vor mir dran.

auch Gina scherzt

Eigentlich ja alles kein Problem, wenn dies der einzige Scherz der Pächterinnen an diesem Tag gewesen wäre. Als wir nach Frühstück etc. um 10:15 Uhr fahren wollten, war die Rezeption abgeschlossen und kein Hinweis auf den Grund der Abwesenheit. Wir sind erstmal zum Stellplatz gefahren und haben Brauchwasser entsorgt.

Zurück am Platz unveränderte Verhältnisse. Elke kam dann auf die Idee, den feststehenden Betrag in einen Umschlag zu packen und einzuwerfen. Als ich das in vorbereitet hatte, kam ein netter Franzose, der die Handynummer von Madame hatte (beim Festnetz ging nur der AB an). Er rief sie an und da sie auf dem Platz offensichtlich dabei war die Mietwohnwagen fertig zu machen, kam sie in aller Ruhe und ohne die geringste Spur eines schlechten Gewissens an und kassierte uns ab. So kamen wir erst um 11:30 Uhr auf die Piste.

Besançon erwies sich als kein Problem, auch wenn die ADAC-Beschreibung uns erst etwas verwirrte. Und dann ging es traumhaft durchs Jura. Gut ausgebaute Straßen und immer wieder schöne Blicke in eine abwechslungsreiche Landschaft. Kino!

In Bourg-en-Bresse (da wo die berühmten Hühner herkommen) einkaufen in einem supertollen Intermasche (ich habe mich nur gefragt, ob die Mitarbeiter bei den roten Fensterscheiben nicht irgendwann rot sehen). Und das kostet immer Zeit. Man weiß nicht wo was ist und es gibt so viel zu sehen.

Danach wollten wir günstig tanken. Auch die Empfehlung des ADAC sind die Zapfsäulen der großen Supermärkte. Aber da gibt es nur Kartenzahlung und dazu war ich schlicht zu doof. Nach mehreren vergeblichen Versuchen mit allen Geldkarten die mir zur Verfügung standen, habe ich genervt aufgegeben.

Kuhreiher mit Pferden

Kurz hinter Bourg-en-Bresse beginnen die Dombes, eine Gegend mit ganz vielen Teichen und Seen. Ein Vogelparadies und mittendrin liegt Villars-les-Dombes mit einem großen Vogelpark und in der Nähe der schöne Campingplatz "Le Nid du Parc".

 

Den Vogelpark habe ich vor vielen Jahren schon mal besucht und war mäßig angetan. Kein Vergleich mit Walsrode in der Lüneburger Heide.

Aber auch so viele Vögel in der Gegend. Immer mal wieder Kuhreiher (bei Pferden!) und Störche am Straßenrand. Wir werden hier auf der Rückfahrt noch mal zwei Nächte Pause machen.

Rhone-Schloss

9.4.2017          weiter an die Ardèche

Vögel: Am Morgen sangen auf dem Platz die ersten Nachtigallen dieser Reise. Girlitze und Stieglitze zu Hauf. Aber in ganz Frankreich haben wir noch keinen Gimpel gesehen. Und nach wie vor sind Schwalben Mangelware, obwohl man sie in den Dombes erwarten sollte. 

Das im Dorf gekaufte Baguette war an den Enden so verbrannt, dass ich die Kruste auf dem Weg zurück zum Womo schon meinen Freunden, den Spatzen, geopfert hatte.

Durchfahrt in Lyon ohne Probleme. Autobahn ist ja auch mal schön und auf dem Rückweg werden wir das bis Lyon nutzen.

Spaziergang an der Rhone

An diesem Tag war aber die Fahrt auf der linken Seite an der Rhone entlang angesagt. Eine gute Wahl, wenngleich die Ortsdurchfahrten und Kreisverkehre Zeit kosten. Immer wieder Blicke auf die Rhone und ihre alten Orte und Schlösser. Sehr beeindruckend. Und ein Spaziergang am Rhoneufer auch.

Campingplatz Le Pontet

Schließlich waren wir doch erst wieder nach 16 Uhr auf dem eingeplanten Campingplatz Le Pontet in Saint-Martin de Ardèche. Netter Empfang durch die Platzwartsfamilie, schöne Anlage mit vielen Bäumen, wie ich es vorher schon auf Google Earth gesehen hatte. Und schon beim Einrichten auf unserem Platz 16 flog der Gartenrotschwanz immer auf dem Platz herum. Er wollte sich aber partout nicht fotografieren lassen.

Ein freies und gutes Internet gab mir die Möglichkeit ein paar Dinge nachzuholen. Morgen geht es richtig an die Ardèche.

Noch wichtig: Es war der zweite Fahrtag an dem es Gina nicht schlecht geworden ist, obwohl es Grund gegeben hätte. Wir hoffen, dass es das war. Was uns besonders für sie freuen würde.

10.4.2017        an der Ardèche

In der Nacht ging die Temperatur zwar wieder auf unter 10° zurück, aber bei blauem Himmel und viel Sonne wurde es schnell wärmer. Allerdings ist die im Netz angekündigte Front in der Ferne mit ein paar Quellwolken gut zu erkennen und am Nachmittag gab es wirklich zwischen 16 – 28 Regentropfen, die aber schneller trockneten als sie fielen.

Ardèche

Die Platzbetreiber erklärten uns den schönsten Weg an den Fluss und in den Ort anhand eines Luftbildes und die Frau forderte mich auf, ein Foto davon zu machen. Sie kann natürlich nicht wissen, wie schnell ich mir solche Bilder in innere Karten umarbeiten kann.

Der Weg war  wirklich schön und der erste Blick auf die Ardèche nach vielen Jahren ergreifend. Ein toller Fluss, in dessen Bett man an den Ablagerungen gut erkennen kann, mit wie viel Wucht er bei starken Niederschlägen durch die Schluchten tobt.

Haferwurz

Viele Blumen auf den Wiesen (außer zwischen den Weinreben, wo sie auch hier totgespritzt werden).  U.a. auch die Haferwurz, eine Heilpflanze und  Verwandte vom Wiesenbocksbart.

Segelfalter

Und dazu die Vielfalt der Schmetterlinge. Besonders auffällig die Segelfalter, die ich in dieser Menge an einem Ort noch nicht gesehen habe. Sie saugten ganz offensichtlich am feuchten Schlamm.

 Und in Ufernähe auch ein Seidensänger, dessen unverwechselbarer Gesang wirklich nichts Seidiges hat.

Am Fluss auch Mittelmeermöwen und ein Seidenreiher.

da schwimmt doch was

Gina (unser Seidenhund) war von der Ardèche auch sehr angetan. Ständig ging sie ins Wasser, schaute interessiert hinein, um sich danach beim Buddeln schön im Sand zu panieren. Aber ein neues Bad in der Ardèche regelt das ja wieder.

Belvédère du Ranc-Pointu

Mittagessen mit Blick auf die Brücke und auf den Belvédère du Ranc-Pointu. Eine starke Burg, die den Ausgang der Schlucht der Ardèche bewachte. Elke bekommt endlich ihren Salat mit Thun und ich mein erstes Menu. Salat mit Foie de Gras – Wachtelbrust – Crème brûlée. Alles lecker … aber die Crème … göttlich … französisch eben.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz hat sich Gina zweimal ins schattige Gras gelegt und uns zu unserm Amüsement zu verstehen gegeben, dass es zum Laufen wirklich zu warm sei. Der Hund kommt aus Griechenland und kennt sich aus!!!

Auch heute hatte der Gartenrotschwanz keinen Bock auf ein Foto. Auch heute bekam Gina die Krise als ich wegen der besagten Regentropfen die Markise ausgefahren habe. Jetzt (20:30 Uhr) liegt sie seit zwei Stunden (mit Unterbrechung zum Gassigehen) unter dem Wohnmobil. Ob wir das Vorzelt morgen aufbauen können, wenn wir uns mit den Freunden bei Roussillion treffen … keine Ahnung.

Gartenrotschwanz

11.4.2017        weiter nach Roussillion

Dann habe ich ihn am Morgen doch noch erwischt. Zum Glück hatte ich zum Brotholen den Fotofix mitgenommen und da saß der Gartenrotschwanz und sang. Allerdings ganz oben im Baum.

Den netten Leuten vom Campingplatz habe ich noch ein paar Komplimente hinterlassen, über die sie sich sehr freuten, und dann konnte die vorerst letzte Etappe beginnen.

Col de Murs

In Carpentras fanden wir den Leclerc auf Umwegen und nach einer kleinen Irritation, weil Elke eine Geste eines LKW-Fahrers so gedeutet hatte, dass am Auto was nicht stimmt. Es war aber kein Schaden zu finden. Später stellte sich heraus, dass es in Frankreich wohl üblich ist, im Kreisverkehr so lange links zu blinken, bis man ihn verlässt. Dann rechts blinken wie in Deutschland.

Mal wieder hatten wir den Translator im Womo vergessen, was das Einkaufen nicht vereinfacht. So dauerte es eine Weile, bis wir alles beieinander hatten.

Anschließend ging es über das Plateau de Vaucluse. Eine anspruchsvolle, kurvige aber auch landschaftlich großartige Fahrt, die Gina auch diesmal gut überstanden hat. Oben am Col de Murs blühten u.a. winzige Narzissen und der Blick in die Region von Roussillion war ermunternd.

Mininarzissen

Um 16 Uhr trafen wir bei den Freunden auf dem Campingplatz Arc-en-Ciel (Regenbogen) ein. Vorher hatten wir schon einen kleineren Ockersteinbruch passiert, was Lust machte auf mehr.

Wir haben einen großen und schattigen Platz, auf dem Gina viele Varianten für ihren Aufenthalt hätte … sie wählt aber zur Sicherheit den Platz unter dem Womo. Es ist aber weiterhin so, dass sie bei Kindern viel entspannter ist und mit Jule und Moritz auch schon eine kleine Runde über den Platz gegangen ist.

Kurt und Familie haben schon einige Pläne, was sie uns gerne zeigen möchten. Wir sind sehr gespannt.

12.4.2017        Im Zedernwald des Luberon

Nach einer ruhigen Nacht schlugen die ortskundigen Freunde vor, eine Fahrt zum Zedernwald auf dem Scheitel des Luberon zu machen.

Zedernleier

Eine sehr kurvige Strecke, die Gina aber problemlos gemeistert hat. Bei der Auf- und späteren Abfahrt fantastische Blicke in die Region um Roussillion. Und in der Ferne der Gipfel des Mont Ventoux, dessen graue Geröllkuppe aussah, als läge noch Schnee. Mag für die Nordseite stimmen, aber wir schauten auf den Südhang.

Wir waren nicht die Einzigen, die sich den Zedernwald für diesen Tag vorgenommen hatten. U.a. waren auch Schulklassen unterwegs, aber in der Weite des Zedernwaldes verlief es sich dann doch.

Kurios: Christoph traf auf dem Startplatz der geplanten Wanderung einen Arbeitskollegen vom ZDF mit Familie.

Die Wanderung ging durch einen schönen Wald mit zum Teil sehr alten Bäumen. Die Kinder fanden Möglichkeiten zum Klettern und die Formen der urigen Bäume gaben viel Raum für Fantasie. So waren Jule und Julius im Handumdrehen auf einem Baum der aussah wie eine riesige Leier.

Außerdem gab es ganz viele mit trockenen Stöcken angelegte Verstecke und Tunnel.

Äskulapnatter

Plötzlich am Wegesrand eine bronzefarbene Schlange. Sie blieb vor ihrer Flucht gerade lange genug sitzen, dass ich ein Belegfoto machen konnte, um eine spätere Bestimmung zu ermöglichen. Bronzenatter würde gut passen, falls es die gibt. Kurt meinte es könne eine Luberonviper gewesen sein, die giftig wäre.

Später fand ich heraus, dass es sich um eine Äskulapnatter handelte, eine ungiftige Schlange die bis Zwei Meter lang werden kann und damit eine der größten Schlangen Europas ist. Sie ist in Deutschland als Symbol an den Apotheken und bei den Ärzten bekannt. Eine Luberonviper gibt es mit diesem Namen nicht.

Und dann die nächsten wilden Tiere: Überall sah man, dass die Wildschweine regelmäßig den geröllreiche Waldboden pflügen. Und als ihre Gäste sind Zecken im ganzen Gebiet reichlich verteilt und davon hatte Gina ~15 in beiden Ohren. Zum Glück saßen sie noch ganz locker und waren mit Kathrins Zeckenzage gut zu entfernen. Mal schauen wer sonst noch welche abbekommen hat.

Blick vom Luberon

Nicht zu sehen aber gut zu hören war die dominierende Vogelart des Zedernwaldes, das Sommergoldhähnchen. Eine solche Populationsdichte habe ich noch nicht erlebt. Aber auch der Waldbaumläufer ist gut vertreten.

>>>An dieser Stelle für den interessierten Leser ein kleiner Versuch: Schau mal, ob Du im Portemonnaie ein 20-Cent-Stück hast. Lege es auf eine Fingerkuppe und erfühle das Gewicht. Ungefähr so viel wiegt ein Goldhähnchen mit Normalgewicht. Jetzt schau, ob Du auch noch ein 2-Cent-Stück findest. So viel wiegt ein Sommergoldhähnchen wenn es auf dem Zug in Nordafrika ankommt. Den Rest des Gewichtes hat es bei dem anstrengenden Flug als Energie verbraucht. Was so ein Leichtgewicht alles kann! Ohne Chip oder Computer!<<<

Pausenplatz mit Fernsicht

Kurt führte uns zu einem Aussichtspunkt an der Südseite des Luberon mit Blick auf das Tal der Durance und die umliegenden Berge. Auch in diesem mit Thermik gut versorgten Ort waren keine Greifvögel am Himmel. Dafür aber wenige Alpensegler. Und als mediterrane Art in den häufigen Buchsbaumbüschen eine Weißbartgrasmücke. Sonst ist es überraschend still in der Vogelwelt hier oben in ~700m Höhe.

Zistrose

Auch auf den Schotterfächen des Aussichtspunktes blühen die kleinen Narzissen, blaue Iris, Zistrosen, und vieles mehr.

Zurück auf dem Campingplatz überflogen uns mehrfach Bienenfresser, ohne dass wir sie sehen konnten. Wird aber bestimmt noch passieren.

Elke hat sich bei ihrer ersten Boulepartie des Urlaubs wacker geschlagen, während ich bei der lahmen Internetverbindung versucht habe ein paar Infos zu ergattern.

Roussillion

13.4.2017        nach Roussillion

Um 5:30Uhr wurde ich wach, um 6:30Uhr stand ich auf um am Reisebericht zu schreiben, um 7:30Uhr bin ich im Bereich der Rezeption ins Internet gegangen (nur da funktioniert es, diesmal zwar langsam aber zuverlässig), um 8:30Uhr habe ich unser Baguette und die Croissants  geholt und bin dann etwas durchgefroren wieder ins Bett bis um 10Uhr. Draußen waren es windige 10° und es dauerte ein wenig, bis ich richtig „aufgetaut“ war.

Heute ging es nur zu Fuß nach Roussillion und Gina war wohl froh, einen Tag mal nicht Auto fahren zu müssen. Eine knappe Stunde Weg geschmückt mit Orchideen und farbenfrohen Ausblicken auf Roussillion. Im Hintergrund der graue Schottergipfel des Mont Ventoux.

im Ort unterwegs

Der Markt in Roussillion lag in den letzten Zügen, aber ein paar Blicke konnten wir noch erhaschen. Dann wurde durch den Ort gebummelt und ich finde weiterhin, dass man so schöne alte Orte vom Durchgangsverkehr frei machen sollte. Hier sind nur größere Fahrzeuge verboten (zum Beispiel Wohnmobile).

In dem Ort herrschen natürlich die Ockerfarben vor, wenngleich Kurt meint, dass es nicht mehr verpflichtend so ist, die heimischen Farben beim Verputzen zu benutzen. Aber dieses an den Berg geklebte Städtchen hat dadurch eine besondere Atmosphäre.

Taubenschwänzchen an Flieder

Auf dem Rückweg zum Regenbogencamp konnte ich am Flieder wieder einmal schön das Taubenschwänzchen fotografieren. Der Falter wird aufgrund seines Schwirrfluges oft für einen Kolibri gehalten. Letzterer kommt aber in Europa nicht vor.

Am Nachmittag dann meine ersten beiden Boulematches. Da ich Ute in meiner Zweiermannschaft hatte, gab es tatsächlich auch einen überzeugenden Sieg. Allein wär ich kläglich gescheitert.

Der Tag wurde abgerundet durch ein großes Grill- und Weinfest mit den Freunden.

Morgen geht es dann wieder etwas weiter weg, zum Markt in Lourmarin.

14.5.2017        Markt in Lourmarin

Elke hatte sich entschlossen nicht mit zum Markt zu fahren, auch weil absehbar war, dass es Stress für Gina werden würde.

Markttreiben in Lourmarin

Mein frühes Aufstehen wurde belohnt durch ein erneut ganz passables Foto vom Gartenrotschwanz, der hoch ober in einer Kiefer den Campingplatz zu seinem Revier erklärte.

Auf dem Weg 2-3km abseits des Campingplatzes ein Gruppe Bienenfresser auf Leitungen und Büschen. Es werden die sein, die uns auch am Campingplatz regelmäßig besuchen.

Heute ging es quer über den Luberon. Auch diesmal eine Fahrt mit vielen schönen Aussichten. Und in einem felsigen Bereich glaubte ich auch wirklich mal einen Trupp größerer Greifvögel zu sehen. Aber nur aus dem fahrenden Auto und ohne Fernglas.

Gewürze in Ockerfarben

Schon am Ortsrand von Lourmarin parkten die ersten Autos und was sich damit andeutet, bewahrheitete sich auch: es war voll auf dem Markt. Eher wenige Stände mit frischen Lebensmitteln, sondern mehr Kunsthandwerk und Klamotten. Eine Fotografin verkaufte Fotos aus der Region, bei denen sie besonders gut das Spiel des Lichtes in der Provence eingefangen hatte. Und am Gewürzstand hätte man von den Farben her glauben können, dass die Gewürze aus den Ockerbrüchen der Region stammen.

die Qual der Wahl

An einer Stelle spielt eine Band kubanische Weisen und es passte trotzdem gut hierher.

Erdbeeren, Kartoffeln, grünen Spargel, Tomaten und einen Kartoffelschäler fürs Wohnmobil habe ich dann doch erstanden. Die Lebensmittel erwiesen sich später als sehr lecker.

Auf dem Rückweg ein Abstecher zum Leclerc in Apt. Die aufgetragene Holländische Sauce war in dem riesigen Supermarkt nicht zu bekommen und Elke hat später zum Spargel eine sehr leckere Sauce selber gezaubert.

meisterliche Fotos

Auf der Fahrt gab es über den schneidigen Fahrstil ein kleines Geplänkel zwischen Fahrer und Beifahrerin. Dabei fiel der Satz: „Ich kann ja auch gleich fahren wie ein Tourist“ und ich fragte mich, ob es so schlimm ist als Tourist durch die Landschaft zu gleiten und dafür mehr Details mitzukriegen. Die Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer muss dadurch nicht zwangsläufig zurückstehen.

Als intensiver Blick ins Land nebenstehend die aus sich heraus leuchtenden Fotos der Fotografin vom Markt.

farbenfroh

15.4.2017        Colorado Provence

Ein Ausflug auf den ich mich besonders gefreut habe, ging heute in die aufgelassenen und für das Publikum geöffneten Ockerbrüche bei Rustrel.

Heute war es bedeckt und vor Ort kühler als wir gedacht hatten. Für den Aufstieg zu dem Aussichtspunkt auf den Bruch war es gut, dass es nicht so warm war wie an den letzten Tagen. Leider fehlte dafür aber die meiste Zeit das Sonnenlicht, um die malerischen Farben richtig zum Leuchten zu bringen. Trotzdem: Unglaublich beeindruckend.

frische Gesichtsfarbe

Und was für ein Spaß für die Kinder, die Rutschten und kletterten und sich bemalten und schließlich bunt wie Ostereier aus dem Ockerbruch heraus kamen. Und auch Gina fand es toll sich in dem Farbstaub zu wälzen und schließlich waren alle Weißanteile ihres Felles in eine sanfte Cremefarbe verwandelt. Ich finde das steht ihr auch sehr gut und wir sollten überlegen, ein wenig Ockerstaub mitzunehmen. Obwohl ich glaube, dieser Tag wird in ihrem Fell noch einige Zeit nachwirken.

der Wasserfall

Bei den Kindern „half“ auch der Abstecher zum Wasserfall nicht wirklich um „sauber“ zu werden, sondern es musste später schon die Dusche auf dem Campingplatz sein.

Wildwestkulisse

Ein Trupp Reiter machte aus dem Farbszenario noch ein wenig Wild-West. Gina findet besonders die Hufspuren spannend und gräbt sie auf. Sucht sie leckere Hornspäne?

 

>>>An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass diese und weitere Bilder auf der Fotoseite zu finden sind.<<<

Haubenmeise

Und mein Ornithologenherz wurde von einer futtertragenden Haubenmeise gerührt, die in ein daumenkuppengroßes Loch in einem alten Spechtbaum verschwand.

Am Abend wurde es auf dem Platz dann so kühl, dass Elke und ich die letzten Stunden des Tages im Wohnmobil verbrachten.

Auch dies wieder ein toller Provencetag, aber morgen ist Ostersonntag und da ist Ruhetag angesagt. Dann sollte ich vielleicht auch den Ockerstaub aus den Haaren des Eierkopfes waschen.

16.4.2017        auf und um den Campingplatz

Der Tag begann mit ausschlafen und einem ruhigen Frühstück. Ein süßes Osternest erwartete uns am Morgen auf dem Tisch vor dem Womo. Aber kein Hasenohr zu sehen.

Orchideen

Der Versuch „mal schnell“ ein paar Mails zu schreiben misslang, da Stefan aus Bochum sich zu uns gesellte und wir uns ausgiebig unterhalten haben.

Hier ist es um ein paar Grad kühler geworden, aber zu Hause ist mieses Osterwetter, wie man den Mails der Freunde entnehmen kann.

Am Nachmittag haben Elke und ich dann eine „kleine“ Runde um den Campingplatz gedreht. Direkt gegenüber des Campingplatzes Orchideen. Irgendwas aus der Familie der Knabenkräuter.

Wein vor dem Luberon

Auf dem Weg überholte uns schnellen Schrittes Christoph, der endlich mal im eigenen Rhythmus laufen wollte.

Man hatte uns nicht gesagt, dass es so knapp 5 km waren und zwischendurch hatte Elke das Gefühl, wir hätten uns verlaufen. Aber das kenne ich schon und hatte auch keine Karte, auf der ich ihr zeigen konnte, wo wir gerade sind.

eine Sasse graben

Gina hat in diesem Urlaub keinen Bock in der Mittagssonne stundenlang zu laufen. Zwischendurch sucht sie sich einen Schattenplatz und legt sich hin oder gräbt sich eine Sasse.

Die Bienenfresser haben sich schön gezeigt und sie scheinen auch in diesem Bereich zu brüten.

Ansonsten ist es erstaunlich ruhig in diesem Teil der Provence. Auch heute nur mal kurz ein Bussardpaar und sonst keine Greifvögel am Himmel, obwohl wir freien Blick bis zum Luberon hatten. Auch keine Eidechsen oder Schlangen und kaum mal der Gesang einer Grasmücke, wo ich doch gehofft hatte, hier einige Arten zu sehen und zu hören, die es bei uns zu Hause nicht gibt. Die Provencegrasmücke zum Beispiel. Eine ornithologische Reise in die Provence sollte wohl wirklich in die Camargue oder die Crau gehen.

Nun, wir haben diesen Platz gewählt um uns mit den Freunden zu treffen und dass es eine tolle Gegend ist, habe ich ja schon mehrfach erwähnt.

Und morgen soll es richtig französisch werden: Bouleturnier unter Freunden. Dann kommt schon der letzte Abend hier mit einem Abschlussgrillen.

Ferienhäuser

17.4.2017        letzter Tag auf dem Campingplatz Arc-en-Ciel

Beim Frühstück rief unser erster Pirol des Jahres. Vermutlich ein Durchzügler, denn er war den Rest des Tages nicht mehr zu hören. Dafür immer wieder die Bienenfresser, ab und an sogar in Baumwipfelhöhe.

Nach dem Frühstück gab es einen Ausflug zu Kurts Winzer des Vertrauens, wo ich schon mal für das in diesem Jahr geplante Sommerfest Wein gekauft habe.

Bei einer kleinen Wanderung vom Platz aus dann auch endlich die erste Smaragdeidechse. Hätte ich sie so früh gesehen wie Gina, gäbe es ein Foto, so war sie aber zu schnell weg.

Überall liegen versteckt Ferienhäuser mit teilweise riesigen Grundstücken.

Libellen-Schmetterlingshaft

Einen der  vielen Schmetterlingshafte habe ich aber erwischt. Sie fliegen sehr geschickt und fangen im Flug andere Insekten. Raubtier, würden manche Leute sagen.

"safety first"

Am Platz zurück verzog sich Gina sofort unter das Auto und kam selbst zum Fressen nur zögerlich heraus. Schon heute blies ein kräftiger Wind der an den Bäumen und am Womo rappelte. Eine solche Geräuschkulisse ist nichts für ihre zarten Nerven.

konzentrierte Erwartung beim Boule

Und dann war es soweit: Ein sippenübergreifendes Bouleturnier war angesagt. Nicht so einfach bei 10 Teilnehmern. Schließlich Chaotenboule: 5 gegen 5 mit je 2 Kugeln. Elke und ich in anderen Mannschaften, was den Vorteil hat, dass einer von uns beiden bei der Gewinnermannschaft ist. Mein Patenkind Jule wollte unbedingt mit Ute (Mutter) und Kurt (Opa) in eine Mannschaft und war dann in meiner!!! Ich Glückspilz! So konnte ich getrost und aussichtsreich auf den Sieg hoffen: tatsächlich 13:10

unser Stellplatz am Regenbogen

Und dann musste ich mal langsam anfangen die Rückreise zu planen. Aufgrund des ruppigen Windes plante ich dann doch für den ersten Tag eine Reise über Land um noch etwas vom Land zu sehen.

Abschiedsfest mit Leckereien

Zum Abschluss der schönen Zeit mit den Freunden gab es noch einmal eine Grillfete.  Dem morgens beim Winzer gekauften Wein wurde fröhlich zugesprochen, aber auch nur so viel, dass meine Fahrtüchtigkeit am nächsten Tag nicht gefährdet war.

Abschiedsmelodie

18.4.217          erste Rückwärtsetappe nach Grane

Der Petit Mistral blies heute Morgen kräftig über den Campingplatz.

Zum Abschied gab es noch mal ein morgendliches Konzert des Gartenrotschwanzes und viel Drücken, Herzen und gute Wünsche mit den Freunden.

Dann ging es am Luberon vorbei und über Carpentras stramm nach Norden. Der Wind sorgte auch für wunderbare Fernsicht bei der Fahrt durch das Bergland der Provence.

Immer wieder mussten wir rechts ran fahren um Zecken zu vernichten, die Elke beim Streicheln von Gina fand. Sie hat wirklich erfolgreich gesammelt und wir wollen mal hoffen, dass es keine Spätfolgen gibt.

Festung und Ort le Baroux

Es ging auch durch Malaucene, wo der einundzwanzig Kilometer lange Aufstieg zum Mont Ventoux beginnt, bei dem rund 1500 Höhenmeter zu überwinden sind. Kurt hat sie und sich schon mal mit dem Rad überwunden. Ein richtiger Spaß ist das glaube ich nicht.

Das Bergland erinnert an Spanien, allerdings auch hier fast ohne Greifvögel. In den Höhenlagen ist die Natur um Wochen zurück. Hier blühen noch die Schlüsselblumen.

Berge der Provence

Der höchste Pass lag heute bei 654m. Die Berge ringsum sind an die 1000m und nach Osten waren schon die Zweitausender der Voralpen zu sehen.

Der „kleine“ Mistral blies den ganzen Tag hart und hätte Wohnwagengespanne umblasen können. Auch am Womo rappelte er mächtig und ich musste kräftig gegenlenken.

Unterwegs der Blick auf den Campingplatz „Terrasse der Provence“ mit toller Fernsicht und viele weitere schöne Plätze.

Ornithologisch waren wir schon zufrieden, ein paar Schwarzkehlchen am Wegesrand zu sehen.

Für die Zwischenübernachtung sind wir auf dem Campingplatz „Vier Jahreszeiten“ in Grane. Ich habe hier extra die niederländische Version gewählt um darauf hinzuweisen, dass wir auf vielen französischen Campingplätzen festgestellt haben, dass als Sprache eher niederländisch als deutsch angeboten wird.

19.4.2017        zweite Rückwärtsetappe nach Villars-les-Dombes

Auch heute ging es erst ein Stück über Land bis nördlich Valence.  Hier war wieder tanken angesagt und es fand sich eine Total-Tankstelle mit günstigem Preis (heißt derzeit in Frankreich 1,229€). Aber … wieder Kartenzahlung. Als ich daran wieder zu scheitern drohte, bin ich in den Verkaufsraum und siehe da, der Tankwart hat mir die Säule freigeschaltet und ich konnte zum billigen Preis tanken. Nett!

typischer Teich mit Schwarzhalstaucher

Heute dann das erste Stück Bezahlautobahn: bis Lyon Autobahn für 10€, kann man auch nicht meckern. Beim Zahlen am Automaten kam ich versehentlich mit dem Womospiegel an den Rufknopf und ein freundlicher Mitarbeiter wollte vergeblich eine Konversation mit mir beginnen.

Vogelbeobachtungen an der Autobahn: Mäusebussard selten - Schwarzkehlchen lebend – Schleiereule tot.

Kurz hinter Lyon waren wir zurück in den Dombes. Ein erster Ètang  = Teich mit Schwarzhals-, Hauben- und Zwergtaucher, Kolben-, Tafel-, Knäck- und Löffelente, Purpurreiher und vielen Schwalben. Ein Schwarzmilan schreckte die ganzen Vögel hoch.

Wanderung in den Dombes

Bei den Rundgängen um die  nächsten Teiche u.a. der erste Seidenreiher.

Zurück auf dem Campingplatz in Villars les-Dombes wurde ich an der Rezeption gleich wiedererkannt. Inzwischen gibt es morgens einen Baguetteservice, aber das Lokal ist immer noch nicht auf.

Am Stellplatz regelmäßig überfliegende Störche, die zum Teil sicher aus dem Vogelpark kommen.

Am späten Nachmittag  begaben wir uns auf Lokalsuche. Vergeblich! Erst um 19 Uhr hätten wir essen können, das war uns aber zu spät. Unser Rhythmus ist noch nicht Französisch genug.

20.4.2017        in den Dombes

Es war wieder eine kalte Nacht und ich habe sehr unruhig geschlafen. So konnte ich registrieren, dass der Gartenrotschwanz als einziger bereits um 4 Uhr bei völliger Dunkelheit singt.

Um 6 Uhr waren es außen 0° und im Womo 5°, dazu immer noch ein eisiger Wind. Vorsichtshalber habe ich die Heizung angemacht, damit sich das Sicherheitsventil des Boilers nicht öffnet.

Bungee-Jumping-Zwerg

Trotzdem haben wir die geplante Wanderung um die Ètangs östlich von Villars in Angriff genommen, allerdings mit Mütze und Jacke. Handschuhe hätten tatsächlich auch nicht geschadet.

Vor der Ornithologie gab es noch den Gartenzwerg a la Française. Hier steht er nicht im Vorgarten, sondern hängt am Zaun. Erst dachte ich, dass sei eine Spitze gegen die Deutschen, aber dann erkannte ich, es sollte wohl eher Bungee-Jumping sein.

flutender Hahnenfuss

Der erste Ètang war gleich der Beste mit 4 Reiherarten in 5 Minuten. Der bisher im Urlaub noch nicht gesehene Nachtreiher drehte sogar freundlicherweise eine Ehrenrunde.

Auf mehreren Teichen ein guter Bestand an flutendem Hahnenfuß.

Als fünfte Reiherart später noch Kuhreiher … wieder bei Pferden.

feuchter Pausenplatz

Die vorgeschlagene Route war sehr schlecht ausgeschildert und es gab keine Bänke o.ä.. Wir haben uns dann auf einen Stapel Holzspäne gesetzt, die, wie meine Hose bewies, nicht ganz trocken waren.

Insgesamt war die Strecke länger als 10km, was uns allen zu schaffen machten – incl. Gina, die wieder Tendenzen zeigte, es sich an einem schattigen Platz gemütlich zu machen.

Schwalbenschwanz und Blutströpfchen

Am Wegesrand gelang mir ein sehr schönes Foto vom Schwalbenschwanz, der freundlicherweise lange genug sitzen blieb.

Eigentlich hatten wir Einkaufen geplant, aber wir waren zu fertig noch in den Ort zu gehen. So gab es Thunfischsalat mit Baguette und Käse. Ganz nach meinem Geschmack.

Im Fernsehraum gibt es kostenloses, aber sehr langsames Internet. Zudem gab es immer wieder Fehler beim Laden. So konnte ich in den Wartepausen mit den Franzosen Nachrichten gucken. Es ging natürlich ganz viel um die Schicksalswahlen in Frankreich am kommenden Sonntag.

kein Nachtisch sondern Wüste

21.4.2017        durch die Dombes und weiter an die Loue

Dieser Campingplatz war soweit gut, aber dass Franzosen ihren Gästen Baguettes als schlechte Aufbackware anbieten, hat mich dann doch irritiert. Wo bleibt da „Gott in Frankreich“?

Bei der Fahrt entlang der Ètangs gab es Schwierigkeiten mit der Orientierung. Aber diesen Ort haben wir problemlos gefunden:  Saint Nizier de Désert. Ich hatte ihn in einem ornithologischen Reisebericht gefunden und dachte, es sei der Ort des Nachtisches. Tja, dann müsste es allerdings Dessert heißen. Bei dieser Schreibweise heißt es Wüste. :-(

Purpurreiher

Endlich an den Teichen auch Limikolen: Grünschenkel, Großer Brachvogel, Kiebitze und Stelzenläufer. Und bei den Reihern neu der Silberreiher. Der Purpurreiher ließ sich ablichten.

Ein in der Karte eingetragener Weg ist nicht immer ein Weg für alle und kann ins Zeckenland führen – Gina sammelte auch heute wieder mit den Ohren.

Eingekauft haben wir in Bourg-en-Bresse bei einem Supermarkt mit eigenem Parkplatz für Campingcars, das ein französischer Nutzer gleich als Stellplatz genutzt hat.

Weidenwolle

Immer wieder stellen wir fest: Es ist kein Wunder, dass die Franzosen viel im eigenen Land Urlaub machen, denn Frankreich hat alles. Wir sind allein auf dieser Reise durch viele verschiedene Landschaftstypen gefahren und waren dabei noch nicht einmal am Meer.

Eigentlich wollte ich auf einen Campingplatz nahe Besançon. Elke entdeckte zufällig im Campingführer einen Platz an der Loue nahe Dole und der erweist sich als Geheimtipp. Er liegt direkt am Fluss, ist sehr kostengünstig und es singen die Nachtigallen – vielleicht die ganze Nacht. Zeitweise sieht es aus als würde es schneien, denn die Weidensamen (Weidenwolle) werden vom Wind in dichten Wolken in jede Ecke geweht.

Morgen geht’s zurück nach Deutschland – erstmal an den Kaiserstuhl zu Maricka und Klaus

Morgenstunde an der Loue

22.4.2017        weiter zum Kaiserstuhl

Unsere kleine Fressmaschine Gina weckte mich um 4 Uhr durch Winseln und Kratzen an der Tür und hatte wirklich ein akutes Durchfallproblem. Sie muss gestern wieder unbemerkt irgendwas aufgelesen haben, was ihr nicht bekommen ist oder sie hat das Teichwasser der Dombes nicht vertragen. Jedenfalls war es sicher ein Bild für die Götter, wie ich im Nachthemd und übergezogenem Anorak mit dem Hund eine nächtliche Runde über den Campingplatz gedreht habe. Es haben mich wohl aber nur die Nachtigallen gesehen. Nein, ein Foto gibt es nicht!

Morgens um 7 Uhr bei einer zweiten Hunderunde eine wunderbare Stimmung an der Loue mit perfekten Spiegelungen.

Frühstücksplatz

Richtig wach geworden bin ich unter der Dusche, bei der lauwarm eine Übertreibung in Richtung heiß gewesen wäre. Elke habe ich dann überzeugend vom Duschen abraten können.

Der Frühstücksplatz war dafür superklasse.

Auf dem Weg zur Autobahn dann doch noch den Wiedehopf zum Abschied von Frankreich. Danach noch ein letzter Einkauf im Supermarsche und dann ging es bei Marckholzheim / Sasbach am Kaiserstuhl über den Rhein. Auf der deutschen Seite der erste Teichrohrsänger des Jahres.

kleines Glück

Bei den Freunden Maricka und Klaus gab es einen schönen Stellplatz direkt vor dem Haus. Wir mussten dort auch schlafen, denn die Treppe ins Obergeschoss ging für Gina gar nicht, da sie durch die Stufen gucken konnte.

Maricka hatte wieder den Rinderbraten der Extraklasse geschmort und ihre Enkelin Annabelle war durch Gina im Hundeglück. Dazu noch ein Inspektion des Wohnmobils und sie strahlte. Bei Annabelle sind Spuren für Hund- und Womowunsch gelegt.

Mauerfuchs

23.4.2017        Wanderung bei Endingen

Es war eine ruhige und kühle Nacht. Geplant und dann auch durchgeführt: Eine Wanderung auf der Suche nach den wärmeliebenden Arten an einem ziemlich frischen Tag. Am Ortsausgang gleich ein schönes Exemplar des Mauerfuchses, der sich aufgrund der Klimaerwärmung langsam nach Nordwesten ausbreitet.

Markt und Rathaus Endingen

Auf dem Rathaus von Endingen brütet der Weißstorch. Per Kamera kann man ihm beim Brutgeschäft zugucken.

Wasser gab es auch, aber vor allen Dingen auf der Straße und für den Storch dadurch nicht nutzbar: Die Feuerwehr in Endingen hatte heute ihre Hydrantenprüfung. Ganz witzig, wenn der Mann am Drehkreuz den Verschluss nicht wieder zu kriegt. Gina freute sich über das viele frische Wasser.

Mit einer zwischenzeitlichen Einkehr gab es Probleme, da am gleichen Tag in der Region die Erstkommunion  gefeiert wurde.

Wollweber an Bärlauchblüten

Die Wanderung konnte entweder durchs „Erleloch“ oder durch den Bärlauchwald erfolgen. Annabell ist mit Maricka durch den 100m langen gemauerten Tunnel – Klaus, Elke und ich haben den Wald vorgezogen. Daselbst „Wollweber an Bärlauch“, ...  als Gericht wohl nicht geeignet.

Blick vom Kaiserstuhl

Am Nordhang des Kaiserstuhles dann ein weiter Blick auf die Ardennen (links) und auf den Schwarzwald (rechts).

Die Weinberge rund um Endingen sind stellenweise schwer vom Frost um die Ostertage geschädigt. Wir haben trotzdem einen Pikkolo auf eine gute Ernte getrunken.

Die Straußenwirtschaft Schambachhof hatte auf und wir konnten es uns dort erneut munden lassen. Der Wiedehopf, der uns vor Jahren hier mit einer Vorstellung erfreut hatte, ließ sich diesmal nicht sehen. Er ist aber nach Aussagen der Einheimischen schon da.

Abends wurde es dann international: köstliche italienische Wurst / Schinken und Bilder aus dem Mittelamerikaurlaub von Maricka und Klaus.

Gänse in der Wagbachniederung

24.4.2017        Naturschutzgebiete am Rhein

Vor dem Abschied von den Freunden am Kaiserstuhl fuhr Elke noch mit Maricka zum Weineinkauf zur Winzergenossenschaft um den Rotwein aus der Provence um Grauburgunder zu ergänzen. So gingen auch einige Flaschen „Königschaffhausener Hasenberg“ mit auf die Reise gen Norden.

Einen ersten Zwischenstopp gab es in der Wagbachniederung, einem der besten Vogelschutzgebiete in Deutschland. Es zeigten sich auch sehr schön Blaukehlchen, Bartmeise, Schwarzhalstaucher und vieles mehr. Fotos habe ich aber nicht hingekriegt. Nun, der Besuch diente ja auch im Besonderen dem Auslauf für Gina vor der Weiterfahrt. Lediglich ein paar Gänseköpfe im Feld habe ich erwischt.

Übernachten in der Wildnis

Und weiter ging die Fahrt zum Europareservat Kühkopf – Knoblauchsaue, dem größten Naturschutzgebiet in Hessen, wo heute die Übernachtung in der Wildnis und bei Nachtigallen am Traditionsplatz erfolgt. Die Angler vom nahegelegenen Kolk gehen gerade vorbei und grüßen freundlich. Und der Waldkauz ist schon zu früher Abendstunde aktiv.

Der Pirol, der bei unserem letzten Besuch genau über dem Wohnmobil gesungen hatte, ist wohl noch nicht aus Afrika zurück.

ein Kolk

25.4.2017        Rundgang am Kühkopf und weiter nach Limburg

Gefrühstückt wurde heute  im Auto. Es war wieder ein frischer Morgen. Danach ein kleiner Rundgang im Naturschutzgebiet.

Der Schwarzspecht begrüßte uns gleich am ersten Kolk und der Grünspecht rief gleich nebenan.

Es gibt mehrere Kolke in der Gegend, die bei Deichdurchbrüchen des Rheins in den letzten Jahrhunderten entstanden sind. Nilgänse daselbst mehrfach – einmal mit 2 Gösseln –, was zu den Bemerkungen zu der Invasionsart vom Anfang der Reise passt.

Aufsicht

Die kleine Wanderung führte uns auch entlang des Rheinaltarmes. Neben einem Grünschenkel im Flachwasser waren auch immer wieder Störche, Graureiher und Schwarzmilane zu sehen und das ganze begleitet von Gesang vieler Nachtigallen.

Die geschlossene Jacke, die man auf dem Foto von der gut erholten Elke sehen kann, war durchaus angebracht.

Limburger Campingplatz an der Lahn

Wir sind dann langsam in Richtung Autobahn gefahren und hatten eine störungsfreie Fahrt bis kurz vor dem Ziel der heutigen Etappe. Die Ausfahrt Limburg war schon zu sehen, als ein LKW – Auffahrunfall uns ausbremste. Es ist wirklich erstaunlich, wie dicht die Brummis oft hintereinander über die Autobahn brettern. Trotz aller Warnungen und Unfälle.

Der ausgesuchte Campingplatz liegt sehr schön direkt an der Lahn, hat allerdings einige Störungspotentiale: Die Autobahnbrücke der A3 geht in großer Höhe über den Platz und dort wird schon seit Monaten gebaut. Für uns war aber die Entsorgungsstation auf dem Platz wichtig, um Brauchwasser abzuleiten und auch keine volle Chemietoilette mit nach Essen zu nehmen.

Limburger Dom

Am Abend dann noch ein entspannter Spaziergang in die Altstadt mit Blick auf Schloss und Dom. Und in den netten Altstadtgassen entdeckten wir einen tollen Spanier mit wunderbaren Tapas. Für einen Besuch mit Hund etwas eng, aber Gina wickelt ja eh alle Leute um die Pfoten.

Jetzt folgt die vorerst letzte Nacht im Womo und morgen dann die Rückfahrt bis Essen.

Es war ein schöner Urlaub der Lust auf mehr macht – auch wieder für weitere Fahrten zu tollen Spaniern in Spanien.

Als Abschlussbild hier ein Wandbild des Künstlers Michi Schmidt aus der Limburger Altstadt. Ich nehme seine Worte auf: Nicht zu fassen … der Reisebericht ist fertig!!!

Die Bilder dieses Reiseberichtes und weitere Fotos findet Ihr auch unter -Fotografie -2017 -Frühjahrsurlaub .